14.01.2014

OLED-Schwergewicht blickt auf Deutschland

Interview Dr. Tobias Grab, cynora GmbH

Dr. Tobis Grab, cynora GmbH

Dr. Tobias Grab studierte Chemie an der Universität Bonn. Nach seiner Promotion am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) übernahm er als Miterfinder ihrer Kernpatente im Jahr 2008 die Leitung der 2003 gegründeten cynora GmbH, die er auf neue OLED-Technologien ausrichtete und bereits durch zwei Finanzierungsrunden geführt hat.

1. cynora ist ursprünglich eine Ausgründung der RWTH Aachen. Wie und warum sind Sie auf dem Campus des Karlsruher Instituts für Technologie KIT gelandet?
Das ist eine aufmerksame Beobachtung. Mein Geschäftspartner Dr. Thomas Baumann und ich haben am KIT promoviert und konnten während dieser Zeit ein breites Netzwerk aufbauen, sowohl am KIT selbst als auch in der Region. Das wollten wir natürlich gerne nutzen, um eine erfolgreiche Entwicklung für die cynora zu gewährleisten. Da das KIT mit dem sogenannten „HighTech-Inkubator“ für junge Unternehmen den idealen Raum dafür bot, wurde cynora von Herzogenrath auf den KIT Campus verlagert und konnte seit 2008 intensiv wachsen.

Durch unser Netzwerk am KIT wurden wir z.B. dieses Jahr dazu nominiert, unser Unternehmen bei der „Falling Walls“ Konferenz in Berlin zu präsentieren und hatten das Glück, zum „Falling Walls Science Start Up des Jahres 2013“ gekürt zu werden. Solche Ereignisse unterstreichen die Wichtigkeit eines soliden Netzwerkes, wie es am KIT, z.B. über den KIT Business Club, existiert.

2. Im Projekt „cyFLEX“ kooperieren Sie mit dem Lichttechnischen Institut (LTI) des KIT. Was ist das Ziel des Projektes?
In diesem Projekt geht es um die Entwicklung von flexiblen OLED-Bauteilen, die durch einen Druckprozess hergestellt werden sollen. Da solche Bauteile z.B. auch in batteriebetriebenen Anwendungen zum Einsatz kommen sollen, sind die effizienten Materialien von cynora ein guter Ausgangspunkt für sparsame und schnell produzierbare OLEDs.

Das Projekt findet auch unter Einbeziehung des InnovationLab (iL) in Heidelberg statt, welches ein Kompetenzcluster auf dem Gebiet der gedruckten organischen Elektronik darstellt und die Entwicklung von kommerziellen Produkten vorantreiben soll. Somit werden die regionalen Kompetenzen kombiniert und stellen eine gute Basis für einen erfolgreichen Verlauf des Projektes dar.

3. Sie erhielten erst vor kurzem  den Preis „Science Startup of the Year 2013“ der Falling Walls-Konferenz. Hat sich die Auszeichnung schon in erhöhter Aufmerksamkeit niedergeschlagen?
Das trifft in der Tat zu. Ich konnte in Berlin sehr viele interessante Kontakte mit Personen knüpfen, die teilweise vorher noch nicht in Berührung mit der OLED-Technologie gekommen waren, aber durch unser Konzept neugierig wurden. Die Konferenz fand an einem Wochenende statt, und als ich am Montag zurück im Büro war, gab es so viele Nachfragen zu unserer Technologie, dass wir mit dem PR-Team mehrere Tage lang die Vision von cynora verbreiten konnten. Diese Auszeichnung war auf jeden Fall ein wichtiges Highlight des Jahres 2013 für unser Unternehmen.

4. Die erfolgreiche Übernahme Ihres Konkurrenten Novaled durch Samsung dürfte die nächsten Finanzierungsrunden erleichtern? Wie schwer ist es als Startup-Hightech-Unternehmen an Kapital zu kommen?
Diese Übernahme hat auf jeden Fall das Zeichen gesetzt, dass Deutschland mit den Clusterregionen zur organischen Elektronik in Sachsen und hier im Südwesten ein exzellenter Standort für Technologieentwicklung ist. Das ist natürlich auch positiv für Investoren, da damit ein „Schwergewicht“ im OLED-Bereich gezeigt hat, dass es die hiesigen Entwicklungen genau im Blick hat.

5. Nun ist für die Investoren neben dem Management und Markt natürlich auch die zugrunde liegende Technologie wichtig. Würden Sie die Besonderheiten Ihres Produktionsverfahrens kurz beschreiben?
Unsere Technologie bietet mehrere Vorteile, die ich Ihnen gerne kurz erläutere. Wir adressieren den noch fehlenden Baustein für langlebige tiefblaue Farbstoffe, die besonders für TV-Anwendungen relevant sind, da man solche Geräte relativ selten austauscht. Darüber hinaus sind unsere Materialien - im Gegensatz zu aktuellen State-of-the-art Farbstoffen -  bei gleicher Effizienz unabhängig von Iridium, dem seltensten Element der Erde. Das ist ein großer Vorteil für Massenanwendungen in Displays, Beleuchtung und Smart Packaging. Zu guter Letzt sind unsere Materialien druckbar und somit materialschonend und relativ günstig zu verarbeiten.

Um es in einem Satz zu sagen: Wir machen alle Farben effizient, druckbar und wollen somit die oft erwähnten Visionen der OLED-Hersteller Realität werden lassen.

6. Zum Teil sind OLEDs in Form von Smartphone-Displays oder sehr vereinzelten OLED-TVs schon im Alltag angekommen? Woran scheitert eine größere Verbreitung?
Aktuell erhältliche OLED-Bauteile sind sehr gute Produkte mit exzellenter Bildqualität und Energieeffizienz, wie man in vielen Smartphones beobachten kann. Gleichzeitig sieht man an der langen Entwicklungsdauer und dem hohen Preis von großen OLED-TVs, dass noch einige Hürden zu nehmen sind, bis OLEDs alle Arten von Displays bedienen können. Die Problematik mit dem blauen Farbstoff habe ich eben erwähnt. Unsere Materialien mit dem Singlet Harvesting Emissionsprinzip zeigen Potential, dieses Problem lösen zu können.

Zum anderen entwickeln wir Farbstoffe aller Farben, die effizient arbeiten, ohne dabei auf extrem seltene Ausgangsmaterialen aufzubauen, wie das bisher genutzte Metall Iridium. Dieser Punkt ist relevant, da eine weite Verbreitung von OLED-TVs natürlich auch einen hohen Materialbedarf mit sich bringt.?Darüber hinaus wird heutzutage noch die Vakuumbeschichtung zur Bauteilherstellung genutzt, die viel Material verschwendet und schlecht skalierbar ist. Deswegen passen wir unsere Materialsets an eine flüssige Verarbeitung an, die materialschonend und auch für großflächige Beschichtungen geeignet ist.? ?Bei der Anzahl an Interessenten an unserer Technologie sind wir uns sicher, dass die OLEDs sich gut weiter entwickeln und zu einem Massenprodukt werden, auch außerhalb der Display-Anwendungen.

7. Welche optoelektronischen Lösungen für OLEDs sehen Sie in der Zukunft?
Zu den schon diskutierten Display-Anwendungen werden auf jeden Fall noch OLEDs für Beleuchtung im Alltag einziehen. Da OLEDs auch transparent und flexibel sein können, werden sich spezielle Anwendungen ergeben, wie z.B. Leuchtetiketten, die Auskunft über Produkteigenschaften geben können oder Marketing-Applikationen, wie Dosen mit leuchtenden Schriftzügen, was wir 2012 als Ausblick präsentiert haben.??Wahrscheinlich werden sich zukünftig viele kreative Köpfe noch unzählige weitere OLED-Anwendungen überlegen, die das große Potential dieser Technologie ausnutzen werden.

Mehr Informationen:
www.cynora.com

 
 
 
 
  • LASER World of PHOTONICS
 
Highlights
active active active
für Aussteller
für Besucher
für die Presse
Messestand auf der LASER World of PHOTONICS

Treffpunkt der gesamten Branche

Die einzige Messe, die alle Bereiche der Photonik abdeckt: LASER World of PHOTONICS kombiniert Forschung und Industrie.

Messestand auf der LASER World of PHOTONICS

Treffpunkt der gesamten Branche

Die einzige Messe, die alle Bereiche der Photonik abdeckt: LASER World of PHOTONICS kombiniert Forschung und Industrie.

Treffpunkt der gesamten Branche

Die einzige Messe, die alle Bereiche der Photonik abdeckt: LASER World of PHOTONICS kombiniert Forschung und Industrie.

Ausstellergespräch auf der LASER World of PHOTONICS

Ausstellen lohnt sich

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen auf dem weltweit führenden Marktplatz. Hier treffen Sie die globalen Key Player und investitionsstarke Besucher Ihrer Branche.

Ausstellergespräch auf der LASER World of PHOTONICS

Ausstellen lohnt sich

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen auf dem weltweit führenden Marktplatz. Hier treffen Sie die globalen Key Player und investitionsstarke Besucher Ihrer Branche.

Ausstellen lohnt sich

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen auf dem weltweit führenden Marktplatz. Hier treffen Sie die globalen Key Player und investitionsstarke Besucher Ihrer Branche.

World of PHOTONICS News

Immer aktuell informiert

Interessantes aus der Branche und dem Messenetzwerk. Aktuell und kostenfrei mit dem Newsletter-Service der LASER World of PHOTONICS.

World of PHOTONICS News

Immer aktuell informiert

Interessantes aus der Branche und dem Messenetzwerk. Aktuell und kostenfrei mit dem Newsletter-Service der LASER World of PHOTONICS.

Immer aktuell informiert

Interessantes aus der Branche und dem Messenetzwerk. Aktuell und kostenfrei mit dem Newsletter-Service der LASER World of PHOTONICS.